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Der Treptowsee „Perle der Mooster“

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Im Talsandgebiet der Moosterniederung befindet sich der Treptowsee, der als Rest des in der Eiszeit entstandenen Moosterstausees anzusehen ist. An das Nordufer grenzt ein Kiefernwald. Der Treptowsee im gleichnamigen Landschaftsschutzgebiet weist eine Größe von 65 ha und eine Wassertiefe von 4-5m auf. Mit 55m über NN liegt er höher als seine unmittelbare Umgebung, die Moosterlandschaft. Das Landschaftsschutzgebiet, Teilgebiet des FFH-Gebietes “Siggelkower Sander“ umfasst eine Fläche 665 ha und wurde auf Grund seiner floristischen und faunistischen Besonderheiten als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der See verkörpert in Mecklenburg einen sehr seltenen Seentyp mit nährstoffarmen Wasserverhältnissen und gut entwickelter Ufervegetation. Die Erhaltung der bemerkenswerten Unterwasservegetation ist nur zu gewährleisten, wenn der Erhaltung der Wasserqualität auf lange Sicht besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.

 

Seine flachen, sandigen Ufer mit ihren teilweise breiten Schilfpartien, der oligotrophe Wasserkörper und die siedlungsferne Lage, die anthropogene Einflüsse in den meisten Monaten gering hält, prägen ein Biotop besonderer Qualität.

 

Menschen siedelten im Umkreis des Sees wegen seiner günstigen Bedingungen seit ewigen Zeiten. Fundstücke wie jungsteinzeitliche Werkzeuge, bronzezeitliche Hügelgräber und germanische Waffen und Schmuck zeugen davon.

 

Schon weit vor dem 2.Weltkrieg war der See ein beliebtes Ausflugsziel, an dessen Ufer über den Sommer 2 Gaststätten betrieben wurden.

 

Im Jahre 1937 begannen Wehrmachtseinheiten die große unbrauchbare Fläche östlich des Sees als Flugplatz herzurichten. Eines der ehemaligen Ausflugslokale diente als Offizierscasino. Der Platz diente nicht nur als Flugplatz, hier wurden auch Versuche mit neuartigen Waffen zur Bekämpfung der einfliegenden alliierten Bomberströme vorgenommen. In Richtung Suckow-Mooster wurde dazu auf freiem Feld ein Bunker gebaut. Der Bunker wurde mit Kriegsende gesprengt und die Trümmer später beseitigt.

Einige der auf dem Flugplatz stationierten Soldaten der Jagdgruppe 10 gelten heute noch als im Raum Parchim-Redlin vermißt.

 

Die Verbreiterung der Straße zwischen Redlin und Jännersdorf viele Jahre später, diente militärischen Zwecken, als Notlandebahn für Flugzeuge der sowjetischen Armee. Am Nordende des Platzes legten die Russen einen kleinen Platz an, wo Hubschrauber landen konnten. Hier hielt die sowjetische Armee Feldlager zur Ausbildung von Fallschirmjäger-Aufklärern ab. Zwei von ihnen stürzten dabei in den Tod.

 

Das Gebiet um den See wurde zu Zeiten der DDR Regierung von der sowjetischen Besatzungsmacht zu militärischen Zwecken missbraucht. Sie bekamen so viel Freiraum, dass sie ihre Panzer im Treptow „baden“ konnten und im angrenzenden Gebiet ihre Übungen abhielten.

 

 Im März 1990 wurde durch die umliegenden Gemeinden eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen, die den Abzug der sowjetischen Streitkräfte forderte.

 

Mit der Verordnung vom 09.Oktober 1991 hatten sie es geschafft und dieses Gebiet wurde zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

 

Hier finden Sie weitere Fotos vom Treptowsee: